Sicherheit

 

Was bedeutet denn Sicherheit genau? «Ich will, dass mir nichts passiert.» «Ich will, dass es so bleibt, wie es ist.» «Ich will, dass ich keine Angst haben muss.»  «Ich will mir seiner/ihrer sicher sein.»

 

 

Dies sind einige Aussagen, die ich jeden Tag im meiner Praxis zuhören bekomme und es gäbe noch viel mehr davon.

 

Ein Baby fühlt sich im Mutterleib wahrscheinlich sicher und geborgen. Da es noch nicht darüber nachdenken kann, fühlt es sich einfach wohl. Ein Kleinkind, das schlecht geträumt hat, fühlt sich sicher, wenn die Mama oder der Papa sich neben es legt. 

Aber ist das wirklich Sicherheit? Wenn das Monster tatsächlich auftauchen sollte, glaube ich nicht, dass die Mama oder der Papa viel ausrichten könnten. Und manchmal braucht es ganz wenig, um die Sicherheit im Mutterleib zu entkräften.

 

Weshalb fühlt sich ein Kind sicher, wenn die Eltern bei ihm sind? Ganz einfach, es vertraut ihnen. Ohne sie fühlt es sich allein, verloren usw. Das ist auch tatsächlich so. Ein Kind ist abhängig von seinen Eltern, weil es alleine noch nicht zurecht käme. Es muss die Welt erst kennenlernen. Dabei sind in erster Linie die Eltern und sein näheres Umfeld ihm behilflich. Sie sind seine Vorbilder. Es wird langsam, Schritt für Schritt dahin gebracht, wo es irgendwann alleine zurecht kommen darf. Ein Kind vertraut darauf, dass es, von dem Moment an, wo es laufen gelernt hat, aufrecht durch das Leben geht. Es denkt nicht jeden Tag daran, dass es vielleicht plötzlich für den Rest seines Lebens wieder auf allen Vieren krabbeln muss. Es vertraut auf seine Fähigkeit zu gehen, die es gelernt hat.

 

Was ist denn der Grund, warum so viele erwachsene Menschen sich Sicherheit wünschen?

Wenn wir genau hinsehen, gibt es diese Sicherheit überhaupt nicht. Sie ist nur in unserem Kopf, in unseren Gedanken entstanden. Jede Situation, in der wir uns sicher fühlen, kann in jedem Moment jäh zerstört werden, jede. Dies klingt jetzt wahrscheinlich nicht sehr aufmunternd. Ich habe jedoch nicht gesagt, dass dies auch passiert. Das ist der Unterschied. 

Wenn wir uns sicher fühlen wollen, nehmen wir bereits an, es könnte etwas passieren, das uns aus diesem «Wohlgefühl», aus der Komfortzone herausholt. Das kann Angst erzeugen.

Angst, mit der Situation, die uns neu wäre, nicht zurecht zu kommen. 

 

Ein kleines Kind ängstigt sich nur, wenn sein Umfeld ihm vermittelt:  «Das ist gefährlich!» 

Wenn das nicht geschieht, ist es zuversichtlich und hat Vertrauen.

 

Sicherheit existiert nicht und wenn, dann nur in unserem Kopf. Vertrauen ist das Zauberwort!

 

Wo ist unser Vertrauen hingegangen? Das Kind vertraut auf seine Fähigkeit, gehen zu können, wenn es die ersten Schritte geschafft hat. Was ist mit uns Erwachsenen passiert, dass wir das Vertrauen in uns verloren haben? Wir versuchen anderen zu vertrauen, in der Hoffnung, die richten es dann schon für uns, wenn es darauf ankommt. Aber das macht uns abhängig. Wir brauchen diese Person, damit wir uns einigermassenwohl fühlen. Ohne sie fühlen wir uns verloren, allein, so wie das kleine Kind ohne seine Eltern. Der Unterschied ist nur, wir sind nicht mehr das kleine Kind. Wir haben die wichtigsten Dinge mit auf den Weg bekommen, um mit dem Fluss dieses Lebens mit zu schwimmen. Und all das, was wir nicht gelernt haben, dürfen wir uns in eigener Regie noch aneignen. Was immer uns aus der Bahn geworfen hat, ist nicht passiert, weil unsere Eltern nicht bei uns waren, sondern, weil wir nicht auf unsere Intuition gebaut haben. Die hat uns früher geholfen, alles zu schaffen, was wir wollten. Wir haben nicht aufgegeben, bis wir es geschafft hatten, weil wir innerlich wussten, dass es richtig ist. Das kann manchmal auch ganz anstrengend sein.

 

Jeder Mensch macht Erfahrungen in seinem Leben, um zu wachsen. Dies ist absolut wichtig, sonst würden wir einfach stehen bleiben. Und jetzt komme ich wieder zurück zur Sicherheit. Sicherheit ist meines Erachtens der Leim an unseren Schuhsohlen. Ja, Sicherheit lässt uns stehen bleiben, verharren in der Komfortzone, festgeklebt am Boden. 

 

Vertrauen hilft uns, Schritt für Schritt weiterzugehen. Es hält uns lebendig. Vertrauen sitzt in jedem von uns. Vertrauen in uns selbst und Vertrauen in das Höhere Selbst, das Überbewusstsein, das Schicksal, wie immer wir es nennen wollen. Das, was wir nicht beeinflussen und ändern können, weil es einfach so ist und passiert. Wir können uns jetzt dagegen auflehnen, Sicherheitstrakte um uns bauen und trotzdem werden wir diese Erfahrung machen.  Diese Erfahrung wird sich so zeigen, wie wir sie bewerten, gut oder schlecht,  deshalb bewerte sie nicht, sondern lass sie einfach eine Erfahrung sein, denn deine Bewertung ist nie die Wahrheit, aber dazu in einem andern Blog.

 

Du siehst, Sicherheit in der Liebe, der Arbeit, der Gesundheit usw. gibt es nicht und wenn nur in Form von Kleber, der uns am Weitergehen hindert. Vertrauen lässt dich das Leben geniessen, weil es dir immer Neuesschenkt, das dich grösser werden lässt. Kein Baum lässt seine Blätter fallen, nur weil sein Nachbar von Borkenkäfern heimgesucht wird. Er gibt jeden Tag sein Bestes, um sein Dasein, seine Bestimmung als Baum zu leben. Die Natur lebt uns täglich vor, was Leben und zu leben heisst, sich hingeben in das eigene Sein.

 

Ich wünsche dir ein Leben voller Vertrauen und Schönheit, indem du jeden Tag mehr in deine Intuition zurück findest, dort wo das Beste für dich bereitsteht.

 

Brauchst du Unterstützung dabei, dein Vertrauen  und deine Intuition wieder zu finden, dann kannst du gerne einen Termin bei mir buchen.

 

Anita Gnädinger