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Warum gerade jetzt Ängste und Depressionen so massiv zunehmen

Warum gerade jetzt in dieser Krisenzeit mehr Angsterkrankungen und Depressionen wachsen.

 

In meiner Praxis werde ich gerade überhäuft mit Anfragen von Menschen, die akut an

verschiedensten Angsterkrankungen leiden oder plötzlich Episoden von Depressionen durchleben. Ebenfalls, und das macht mich wirklich traurig, kontaktieren mich häufig Eltern, deren Kinder nicht mehr zur Schule gehen können, weil sie bereits von Panikattacken heimgesucht werden oder solche, die unter massiven Energieabfällen leiden und «nichts» mehr auf die Reihe kriegen.

 

Dies sind keine Einzelfälle. Laut der «Swiss Corona Stress Study” der Universität Basel (www.coronastress.ch) haben Angsterkrankungen und Depressionen massiv zugenommen. Auch nach dem Lockdown fühlen sich von 10’303 Befragten immer noch 40% gestresster als vor dem Ausbruch von Corona. 28% sind etwa auf dem gleichen Stresslevel geblieben und 32% der Befragten fühlten sich sogar weniger gestresst als vor der Krise.

 

Menschen, die bereits vor Corona psychische Probleme hatten, haben jetzt ein höheres Risiko eine schwere Depression oder Angststörung zu entwickeln. 

 

Interessant ist, dass die Gruppe der älteren Semester (ab 55 Jahren) und dort besonders Männer, weniger an Angst und Depressionen leiden, obwohl sie besonders gefährdet  sind.

 

Wenn ich mit meinen Patienten spreche, ist häufig die Angst, die Arbeit zu verlieren, also die Existenzangst, ein Auslöser der Symptome. Mindestens so viel Stress macht vielen das Gefühl des ausgeliefert seins. Da, wo wir nicht mehr selber bestimmen können. Auch das allein sein bringt manche an den Rand der Verzweiflung.

 

Die Einsamkeit oder Angst vor dem Alleinsein hat wahrscheinlich auch schon jeder erlebt.

So werden wir plötzlich wieder mit alten Gefühlen konfrontiert, deren wir uns nicht mehr bewusst waren.

 

Kinder haben ganz feine Antennen und nehmen die Unsicherheiten, den Stress und die Ängste der Erwachsenen wahr. Dies verunsichert sie zu tiefst. 

 

Für mich sind das Zustände, die nicht erst durch Corona gepflanzt worden sind, sondern bereits in vielen Menschen schlummern. Haben wir uns bereits schon einmal ausgeliefert, bedroht usw. gefühlt, liegt diese Erfahrung abgelegt in unserem Unterbewusstsein. Dieses hat die Angewohnheit in ähnlichen Situationen die archivierten Filme wieder abzuspulen. Für uns bedeutet das, wieder in die bereits erlebten Gefühle geschoben zu werden, auch wenn es sich heute um eine andere Situation handelt. So reagieren wir plötzlich «unangemessen» und können es uns nicht erklären, weil wir den früheren Film vielleicht bewusst schon vergessen haben.

 

Auch die Existenzangst kann plötzlich ein Ausmass annehmen, obwohl wir persönlich vielleicht noch gar nie damit in Berührung gekommen sind. Aber unsere Eltern, Grosseltern usw. haben dies wahrscheinlich erlebt. Heute weiss man, dass diese Gefühle an die Nachfahren weitergegeben werden können (Epigenetik). 

 

All diese Gefühle und Situationen erzeugen Stress. Auch die täglichen Mehrfachmeldungen führen dazu, uns noch unsicherer zu fühlen. Unser Stresslevel ist jetzt besonders hoch.

 

Was können wir denn dagegen tun?  Die momentane Situation wird uns noch einige Zeit begleiten, nehme ich an. Wichtig ist jetzt, diesen Stresslevel so tief, wie nur möglich, zu halten. Im Moment ist nicht angesagt, sich unnötigen Negativmeldungen, sei es durch Nachrichten, Zeitungen, Geschwätz der Leute usw. auszusetzen. Jetzt ist es wichtig, sich willentlich zu entspannen. Lernen Sie Selbsthypnose, Autogenes Training, machen Sie Yoga, Meditation, lernen Sie Achtsamkeit im Alltag zu leben. Dies hilft Körper, Geist und Seele herunterzufahren. Sport oder einfach Bewegung lässt Angestautes verpuffen. Singen, Sie, machen Sie Musik, malen Sie oder finden Sie eine Beschäftigung, die Ihnen Spass macht. Dies alles hilft, sich wieder positiv auszurichten. Das ist es, was gerade fehlt. 

 

Sie haben immer die Wahl, ob Sie positiv oder negativ denken wollen!

 

Zusätzlich können Sie Hilfe in Form einer Therapie annehmen. Manchen hilft es bereits, über ihre Ängste zu sprechen. In der Hypnosetherapie können wir Gefühle, wie ausgeliefert sein, Existenzangst, soziale Ängste usw. neutralisieren, damit diese Sie nicht mehr länger negativ beeinflussen. Es gibt viele Möglichkeiten, die gute Unterstützung bieten.

 

Erlauben Sie sich, Hilfe anzunehmen. Autogenes Training wird bei mir z.B. von vielen Zusatzversicherungen übernommen. Erkundigen Sie sich, was Sie für Möglichkeiten haben, aus diesem Hamsterrad auszusteigen. Ich helfe Ihnen gerne dabei. 

Jeden Morgen Mo – Fr von 8 – 10h biete ich eine kostenlose Telefonsprechstunde +41 (0)44 821 93 90an.

 

Warum gibt es Menschen, die trotz der momentanen Schwierigkeiten, keinen Stress empfinden oder denen es sogar noch besser geht als vorher?

Es wird vor allem von älteren Menschen gesprochen. Manche von ihnen haben schon einige Schwierigkeiten in ihrem Leben erfolgreich gemeistert. Sie greifen auf ihre Ressourcen zurück, weil sie wissen, dass sie, wenn sie sich angemessen verhalten, keinen Schaden nehmen werden und erfahrungsgemäss jede Situation meistern.

Andere fühlen sich im Homeoffice weniger gestresst, weil sie zu Hause mehr Ruhe haben und weniger abgelenkt sind. 

Wieder andere mögen es, wenn endlich keiner mehr während der Arbeit über ihre Schultern schaut. Sie sind weniger beobachtet. 

Zu Hause können andere Pausenzeiten eingehalten werden. Diese Leute profitieren davon, in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten und fühlen sich so weniger gestresst.

Die Möglichkeit, mehr Bewegung zu haben oder Sport zu machen ist plötzlich gegeben. Dies allein hilft bereits gegen Stress, s.o.

 

Wichtig ist, dass Sie darüber sprechen, wenn Sie Angst haben. Suchen Sie sich Menschen, die positiv unterwegs sind, die es schaffen, trotz allem nach vorne zu blicken. Meiden Sie Leute, die Ihnen noch mehr Angst machen!

 

Hypnose kann Ihnen helfen, sich wieder ausgeglichener und leicht zu fühlen, über den Berg zu schauen, um festzustellen, dass hinter dem Berg eine wunderschöne Landschaft auf Sie wartet.

 

Ich biete in dieser Situation, wie viele Psychotherapeuten, auch Sitzungen über Skype, Teams und Facetime an, damit Sie auch in Ihren vier Wänden sicher an Ihrem «Problem» arbeiten können. 

 

Von Herzen wünsche ich Ihnen Zuversicht und Gesundheit!

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