· 

Online-Hypnose

Schon seit vielen Jahren gibt es Therapeuten, die ihre Patienten über das Internet behandeln. Seit dem Lockdown im letzten Frühjahr, sind immer mehr auf diese Möglichkeit umgestiegen.

 

Auch ich war gespannt, wie sich das anfühlt, den Klienten nicht direkt bei mir im Raum zu haben. Vor wenigen Jahren hätte ich mir das nicht vorstellen können. Corona liess mich meine Flexibilität wieder etwas  vergrössern.

Wenn ich mir das heute so durch den Kopf gehen lasse, liess ich mich wahrscheinlich von eher konservativen Meinungen beeinflussen. Die Praxis zeigte mir dann, dass alles genau gso funktioniert, wie wenn die Person mir im Stuhl gegenübersitzt. 

 

D.h. etwas ganz Wichtiges ist doch anders. Wenn wir uns zu einer Online-Sitzung treffen, müssen der Klient und ich keine Masken tragen. Das ist doch ziemlich relevant. Meine Behandlungen dauern gerne zwei Stunden und da ist es manchmal anstrengend, mit dieser Maske vor Mund und Nase zu arbeiten. Die Vorschrift wäre, diesen Schutz mindestens jede Stunde zu wechseln, dann müssen auch die Hände wieder desinfiziert werden. Muss ein Patient zwischendurch auf Toilette, wird nochmals gewechselt. Dies ist ziemlich störend.

Es kommt ab und zu einmal vor, dass Kunden weinen. In diesem Fall haben sie mehr Mühe unter der Maske zu atmen. Wenn der Schutz feucht wird, muss er wieder gewechselt werden.

 

Für mich als Therapeutin ist es zudem anstrengend, zwei Stunden mehr oder weniger ununterbrochen mit diesem Papier vor dem Gesicht zu sprechen. Mich reizt es im Hals und ich muss vermehrt husten. Die Augen werden rot, weil ich eine Brille trage und ich mir so quasi in die Augen blase. Zudem beschlagen meine Brillengläser.

 

Auch das Entspannen ist für viele etwas schwieriger mit diesem Mund-Nasenschutz. Man ist in der Freiheit eingeschränkt. Das Ziel einer Therapie wäre jedoch sich zu entspannen und sich frei zu fühlen. 

 

Klar ist es schön, jemanden in natura zu sehen aber ich muss sagen, dass dies am Laptop genau so gut funktioniert. Die Hand dürfen wir uns sowieso nicht schütteln, also wird dies auch nicht vermisst.

 

Viele Patienten, mit denen ich online gearbeitet habe, sind begeistert, weil sie sich in ihren vier Wänden einen Platz suchen können, wo sie sich so richtig wohl fühlen. Das kann auf dem Sofa, in einem bequemen Sessel, im Bett oder sogar in der Natur sein. Gerade Angstbetroffene haben häufig Mühe, sich in die Praxis zu begeben. Da ist das vertraute Umfeld zu Hause eine wesentliche Erleichterung. Dies hilft meistens, sich schneller zu entspannen. 

 

Der Ablauf einer Sitzung ist der gleiche, wie in der Praxis. Zuerst gibt es eine Anamnese, danach kommt ein Aufklärungsgespräch über die nachfolgende Behandlung und zum Schluss die Behandlung selbst.  Der Klient kann sich einen Tee oder Kaffee daneben stellen. Wir können mit oder ohne Kopfhörer miteinander sprechen. Beides ist möglich. 

 

Ich arbeite über Skype, Face Time, Teams und Zoom. Sogar Paartherapie ist so möglich. Ich gebe  so auch immer wieder einmal Geburtsvorbereitung für werdende Eltern. Was vielen auch gefällt, ist die Tatsache, dass diese Behandlungsart sehr zeitsparend ist. Viele Mütter sind froh, auf diese Weise genügend Zeit zum Kochen zu haben, weil der Weg wegfällt. Auch wenn jemand erkältet ist, das kann auch mir passieren, oder in Quarantäne weilt, können die Therapiestunden trotzdem abgehalten werden.

 

Ich bin froh, gerade in dieser Krisenzeit, dieses Medium nutzen zu können, weil Angststörungen und Depressionen frappant zunehmen und ich so den Betroffenen trotzdem helfen kann.

 

Auch habe ich feststellen können, dass ein Klient, der sich zur Online-Therapie überwinden konnte, bereits einen ersten Schritt zur Heilung gemacht hat. Viele Menschen mögen keine Veränderungen und haben fixe Ideen im Kopf, wie etwas zu geschehen hat. Dies kann oft bereits ein Teil des Problems sein. Wenn sich diese Person jetzt entschliesst, trotzdem diesen neuen Weg auszuprobieren, hat sie bereits gewonnen. 

 

Ich kann wirklich jeden ermuntern sich auf diese angenehme Art von Behandlung einzulassen. Nichts läuft anders als in der Praxis, ausser, dass Sie es vielleicht zu Hause etwas kuscheliger haben und sich dadurch besser entspannen können.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0